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SEXTOURISMUS
Zeigen Sie Zivilcourage. Auch als Reisender können Sie Hilfe leisten, ohne sich dabei selbst zu gefährden. Die praktischen Empfehlungen hierzu lauten:
Zwingend notwendig ist es, eine schnelle und wirkungsvolle Opferhilfe zu organisieren. Sind hilfsbereite Urlauber erst einmal aus den Ferien zurück, wird es sehr schwierig, die erforderliche Opferhilfe in den Reiseländern zu mobilisieren. Dieses Aktivieren von Hilfe muss so schnell wie möglich an Ort und Stelle stattfinden. Nur so können der Teufelskreis des sexuellen Missbrauchs durchbrochen und die betroffenen Kinder von ihrem endlosen Leid befreit werden. Schon das kurze Telefonat kann dazu beitragen und ein wichtiger Schritt sein, den sexuellen Missbrauch an Kindern zu verhindern. Dabei zielt die Kampagne nicht auf ein Denunziantentum unter Reisenden ab. Vielmehr geht es um eine freiwillige Partnerschaft und Zusammenarbeit mit den Reiseleitern, den Vertragshotels, der Polizei oder der jeweiligen deutschen Vertretung. Eine Gemeinschaftsinitiative von:
Millionen von Kindern werden weltweit sexuell ausgebeutet. Laut Schätzung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) sind rund 2 Millionen Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren in der Prostitution tätig. Zu den wesentlichen Ursachen der Kinderprostitution gehören in vielen Ländern Armut und soziale Probleme. Entgegen weitläufiger Annahmen betrifft der Sextourismus mit Kindesmissbrauch indes nicht nur ferne, exotische Reiseziele, sondern auch Länder in Europa. Wie viele der jährlich auf circa 200.000 bis 400.000 geschätzten deutschen Sextouristen sexuelle Kontakte zu Minderjährigen haben, lässt sich bislang nur grob schätzen. Der Anteil dürfte deutlich über 5 Prozent liegen, so die Ergebnisse einer 1995 veröffentlichten Studie des damaligen Bundesministeriums für Gesundheit. Die Dunkelziffer im Bereich des Kindersex-Tourismus ist außerordentlich hoch; Straftaten in diesem Deliktsbereich werden nur in den seltensten Fällen angezeigt. Kindersex-Touristen nutzen die Existenznöte der Kinder und ihrer Familien skrupellos. Armut und das Fehlen eines Schulabschlusses oder einer Berufsausbildung bringen viele Kinder dazu, ihren Körper zu verkaufen – u.a. eben auch an zahlungskräftige Reisende! Die Folgen: Die Opfer haben oft unter schweren psychischen und physischen Schäden zu leiden. Dazu zählen: Geschlechtskrankheiten, HIV-Infektionen, Drogenmissbrauch, Depressionen, ja sogar Suizide. Es gilt also gemeinsam aktiv zu werden, um insbesondere der kommerziellen Ausbeutung von Kindern das Terrain zu entziehen.
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